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Schalungslösung für Trafo-Kompaktstationen: Drittes Projekt in Folge

Veröffentlicht in BWI BetonWerkInternational 6/2020

Die Trendwende hin zur Elektromobilität birgt auch Wachstumspotenzial für den Betonfertigteilmarkt. Der erforderliche Ausbau der Netzinfrastruktur bringt einen steigenden Bedarf an Transformatoren zur Umwandlung der netzseitig bereitgestellten Mittelspannung in eine für Endverbraucher und Industrie nutzbare Niederspannung mit sich. In Deutschland wird ein großer Teil der nicht in Gebäuden verbauten Transformatoren in Fertigteilbauweise errichtet. 
Für eine Variante dieser Trafostationen, die nicht begehbare Trafo-Kompaktstation, hat RATEC auf Basis von Kundenanforderungen bereits vor einigen Jahren eine eigene Schalungslösung entwickelt.

Im Herbst 2018 lieferte RATEC erstmals seine damals neu entwickelte Schalungslösung zur Herstellung von Trafo-Kompaktstationen an ein Werk des Versorgungs- und Transformatorenstationsbauers Scheidt GmbH & Co. KG. Die Lösung überzeugte, und bereits im folgenden Jahr erhielt das Hockenheimer Traditionsunternehmen den Auftrag, einen weiteren Standort mit dieser Schalungslösung auszustatten. Im Sommer 2020 erfolgte die Inbetriebnahme der nunmehr dritten Schalung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir an die beiden erfolgreichen Projekte anschließen konnten“, sagt Jörg Reymann, Geschäftsführer der Ratec GmbH. Nach 2018 und 2019 arbeitet Scheidt bereits zum dritten Mal mit dem Schalungsspezialisten zusammen: Mit diesem Projekt ist es gelungen, bundesweit an allen Scheidt-Standorten die hochvariable Schalungslösung für den Bau von Trafostationen aus dem Hause Ratec auszurollen. 

Hochvariable Schalung für unterschiedlichste Stationstypen 

Ursprüngliches Ziel des Kunden war die Modernisierung der bestehenden Produktion und der Austausch der alten Schalungen, vor allem aber die Steigerung der Flexibilität und die Beschleunigung von Umrüstzeiten. Die Schalungen sind deshalb sehr variabel ausgelegt und erlauben es dem Kunden, mit einer Schalung zwei Größen von Trafostationen zu fertigen – und das in verschiedenen Ausführungsvarianten. Hierfür entwickelte Ratec eine neue Raumzel-lenschalung im Baukastenprinzip, die einen Großteil der verschiedenen Ausführungsvarianten für zwei Stationstypen abdecken kann.  

Verschiedene Aufsätze dienen der Ausbildung der Innenwände und der Aussparungen des Elements.

Projekt 1

Die erste installierte Schalung ist für die Produktion von Trafostationen mit den Maßen 2,4 x 2,1 x 2,3 m (L x B x H) und 2,9 x 2,1 x 2,3 m (L x B x H) ausgelegt. Der Kern kann für die jeweils andere Länge umgebaut werden. Diese Variabilität musste auch im Grundrahmen und den Außentafeln der Schalung berücksichtigt werden. Die Außentafeln sind manuell verfahrbar und werden über Eckverspannungen sicher geschlossen.  

Das unterschiedliche „Innenleben“ der Trafostationen wird mittels wechselbarer Aufsätze realisiert, die mit einer hydraulischen Spanneinrichtung sicher auf dem Kern gehalten werden. Entsprechend seinem Elementprogramm mit 14 verschiedenen Varianten stehen dem Kunden hier insgesamt 23 verschiedene Aufsätze zur Verfügung. Für Fenster-Aussparungen in einer oder mehreren Seitenwänden der Elemente lieferte Ratec auch die entsprechenden Stahlrahmen, die an den Außentafeln der Schalung befestigt und von Hochleistungsmagneten gehalten werden. 

Bisher nahm der Umbau von einer zur anderen Variante bis zu einem halben Arbeitstag in Anspruch, nun ist der Wechsel der Aufsätze bei gleichbleibender Stationsgröße in wesentlich kürzerer Zeit erledigt. Zugleich ist es nicht mehr notwendig, dass ein Mitarbeiter dafür in den Kern einsteigen muss, um die Aufsätze zu befestigen, da diese mit einem hydraulischen Mechanismus verspannt werden. 

Aufbau der Schalung für die Trafokompaktstation im Werk

Schalung mit geöffneten Außentafeln

Projekte 2 und 3

In den beiden Nachfolgeprojekten sind die installierten Schalungen weitestgehend identisch und unterscheiden sich von der Schalung aus dem ersten Projekt hauptsächlich in ihrer Größe sowie in Konzept und Design der Aufsätze. 

Die Länge der Schalungen kann wieder variiert werden zwischen 3,10 m und 3,60 m, die Höhe zwischen 2,59 m und 2,84 m. Die Breite der Schalungen beträgt je 2,41 m. Die Änderung der Länge erfolgt erneut mittels eines Zwischenstücks, das zwischen die beiden Kernhälften eingesetzt oder entfernt wird. Die Höhe wird variiert durch den Einsatz eines Spezialrahmens, der als Bodenschalung für die niedrigeren Elemente dient.   

Anders als beim ersten Projekt sind weniger Aufsätze für die Schalung notwendig. Lediglich die Innenwände der Stationen variieren und werden durch darauf zugeschnittene Einsätze für den Kern produziert. Insgesamt stehen dem Kunden für seine Varianten 2 × 3 wechselbare Einsätze zur Verfügung, die per Kran platziert und anschließend hydraulisch verspannt werden. Somit ist der Aufwand für den Wechsel von Aufsätzen hier geringer.  Mit den je zwei Längen und Höhen deckt diese Schalung insgesamt zwölf verschiedene Stations-Varianten ab.  

Wechselbarer Einsatz für den Kern zur Ausformung von Innenwänden

Betonelement Beispiel für Trafostationen

Beispiel für zwei Formvarianten der möglichen Betonelemente

Beispiel Betonelement für Trafostationen

Einfaches Handling, kurze Rüstzeiten, vielseitige Einsatzmöglichkeiten 

Für das Ausschalen ist am Innenkern eine Aushebeschräge vorhanden, wodurch die Wände leicht konisch ausgebildet sind. Um das Ausschalen zu erleichtern, wird der Boden hydraulisch um circa 10 cm angehoben, bevor das Element abgehoben wird. Insgesamt verfügt die Bodenschalung über 60 Tonnen Abhebekraft, die über vier Zylinder übertragen wird. Die Schalungen sind jeweils auch mit Rüttlern ausgestattet, die bei der Verwendung von Normal-/Waschbeton zum Einsatz kommen und 14 kN Rüttelkraft einbringen. 

Dadurch, dass sich mit einer Schalung verschiedene Längen, Höhen und Formvarianten abdecken lassen, eignet sie sich für alle gängigen Stationstypen, die die Firma Scheidt im Kundenauftrag fertigt. Ein weiterer Vorteil liegt im einfachen Handling und in den sehr kurzen Rüstzeiten: Der Wechsel der Einsätze für einen anderen Stationstyp dauert in der Regel weniger als 20 Minuten. Außerdem beschleunigen die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten die Abläufe im Werk.  

„Seit rund zweieinhalb Jahren arbeiten wir im Schalungsbau mit der Firma Ratec zusammen und wir sind rundum glücklich“, sagt Georgine Scheidt, Geschäftsführerin der Scheidt GmbH & Co. KG. „Wir werden von der ersten Idee, über erste Pläne bis über den Produktionsstart hinaus hervorragend begleitet. So macht Weiterentwicklung einfach Freude. Wir freuen uns auf viele weitere Projekte.“ 

Die Folgeaufträge zeigen, dass sich die entwickelten Lösungen im Praxiseinsatz zuverlässig bewähren und Produktionsabläufe nachhaltig vereinfachen. Im Verlauf der vergangenen Projekte hat Ratec seine Kompetenzen in diesem Spezialbereich weiter ausgebaut und sein Portfolio damit komplettiert. Aktuell sind bereits die nächsten Projekte in Arbeit oder in Planung. 

 


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